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Hofmann Gartenbau und Schreinerei Erni

Das Gewerbe entdeckt die Elektromobilität

24. März 2016 - class="abody">Das Elektroauto ist nach wie vor ein Nischenprodukt. Doch heute wird es begehrt statt belächelt, sagt Daniel Schaller, Direktor Verkauf der Hutter Auto Gruppe. Besonders die Gewerbler kommen auf den Geschmack.

«Das Gewerbe entdeckt die Elektromobilität», werben Sie im Prospekt der Autoshow. Stimmt das wirklich?

Daniel Schaller*: Ja, wir haben in letzter Zeit grossen Erfolg bei den KMU. Für viele Betriebe sind Elektrofahrzeuge heute interessant geworden.

Weil man sich als grün profilieren will?

Für manche ist es tatsächlich eine Frage der Überzeugung und des Images. Aber es rechnet sich auch. Die Unterhaltskosten eines Elektrofahrzeugs sind viel tiefer: Sie brauchen keinen Ölwechsel, keine Filterwechsel und haben viel weniger Bremsverschleiss. Es gibt steuerliche Vorteile. Und nicht zuletzt: Eine Vollbetankung kostet 3 Franken und reicht 120 Kilometer. Ein Fahrzeug mit Benzin oder Diesel ist etwa 3x so teuer.

Dafür ist die Reichweite auch viel kleiner.

Das ist nach wie vor das wichtigste Gegenargument, das wir hören. Aber wer hauptsächlich in der Stadt und Region unterwegs ist, für den reichen 100 Kilometer in der Regel locker. Ausserdem können Sie während der Standzeiten zwischenladen: an jeder Steckdose oder an den Schnellladestationen, von denen es auch in Winterthur immer mehr gibt.

Ein Malermeister im Elektrowägelchen – das kann ich mir kaum vorstellen.

Es geht aber problemlos. Ein elektrischer Kangoo, ein klassischer Lieferwagen, hat die gleiche Zuladung und die gleichen Innenmasse wie die Benzinvariante. Und wie gesagt, die KMU kommen auf den Geschmack: Hofmann Gartenbau und die Dachdeckerfirma Benno Erni in Wiesendangen haben für ihre Planer je drei Elektroautos im Einsatz.

Und wie sieht es denn mit der Lebensdauer der Batterien aus?

Unsere Firma, Hutter Auto, hat seit 2008 rund 100 Fahrzeuge verkauft und wir mussten erst zwei Batterien austauschen. Beide nicht, weil sie nicht mehr gut waren, sondern weil das Fahrzeug in einen Unfall verwickelt war. Wir empfehlen, die Batterie zu mieten, nicht zu kaufen, dann hat man eine Garantie drauf und erlebt sicher keine teure Überraschung.

Elektroautos galten lange als etwas freakig. Hat sich das Image durch begehrenswerte Sportwagen wie den Tesla positiv verändert?

Definitiv. Als wir vor acht Jahren die ersten Elektrofahrzeuge ins Angebot aufnahmen, wurden wir an den Messen belächelt. Doch das echte Lächeln zeigt sich, wenn man die Skeptiker zu einer Testfahrt überredet hat. Die Leistung aus dem Stand ist beim Elektroantrieb enorm, es gibt keine Verzögerung. Beim Start an der Ampel lassen Sie mit einem elektrischen Renault Kangoo jeden Porsche 911 stehen. Ich habe noch niemanden erlebt, der nach der Fahrt sagte, es habe ihm keinen Spass gemacht.

Verleitet der flinke Elektroantrieb zum Rasen?

Nein, Studien zeigen, dass man umsichtiger und vorausschauender fährt. Wenn Sie sehen, dass vor Ihnen die Ampel bald rot wird, geben Sie im Elektroauto nicht Vollgas, sondern freuen sich, dass beim Bremsen Strom in die Batterie gespeist wird.

Kann man beim Elektroauto von einer eigentlichen Trendwende sprechen?

Das nicht, es ist immer noch ein Nischenprodukt. Aber die Akzeptanz in der Bevölkerung steigt, das Tankstellennetz wird dichter und Unternehmen ziehen es inzwischen bei Neuanschaffungen in ihre Überlegungen mit ein.

Wem würden Sie sonst noch zu einem Elektroauto raten?

Eine klassische Zielgruppe sind Familien mit Zweitwagen. Da kann das Zweitfahrzeug in 90 Prozent der Fälle ein Elektroauto sein, da man es ja meist für eher kurze Distanzen einsetzt. Wir haben schon amüsante Szenen erlebt, etwa dass eine Familienfrau regelrecht um das Elektroauto kämpfen musste, weil der Mann so viel Spass daran gefunden hatte, dass er nur noch damit zur Arbeit fahren wollte.

Elektroautos gibts nur als Automat. Wir sind aber nach wie vor ein Volk von Selbstschaltern.

Da sind Sie nicht ganz up to date. 2015 wurden erstmals mehr Neuwagen mit Automatikgetriebe als mit Handschaltung verkauft. Im städtischen Verkehr, mit viel Stopandgo, ist das auch einfach viel komfortabler.

Warum macht Elektropionier Tesla nicht mit bei der Winterthurer Autoshow? Die haben im Schlosstal doch einen Standort.

Wir haben angefragt, doch Tesla arbeitet etwas anders als herkömmliche Autohäuser. Sie haben keine Ausstellungsräume, sondern man bestellt sein Fahrzeug im Internet und kriegt es dann nach Hause geliefert. Im Schlosstal sind die Tesla also vor allem vor der Auslieferung und wenn sie in den Service kommen.

Interview: Michael Graf

*Daniel Schaller ist Verkaufsdirektor bei der Hutter Auto Holding AG.

«Das echte Lächeln zeigt sich, wenn man die Skeptiker zu einer Testfahrt überredet hat.»

Daniel Schaller, Mitorganisator Winterthurer Autoshow

Dieses Interview wurde im Landboten abgedruckt: http://landbote.che.newsmemory.com/publink.php?shareid=174ccdeb0

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